Donnerstag, 25. Dezember 2008

Frohe Weihnachten

Diese Bild zeigt, wie Weihnachten in Tai'an aussieht. Ein laecherlicher kleiner Tannenbaum.
Aber einen Vorteil hat Weihnachten in China, alles ist noch guenstiger. an Weihnachten ist man nicht zu hause, sondern in den Geschaeften zum einkaufen.
Aber man kann ja auch nicht zu viel erwarten, es ist kein chinesisches Fest und das Fruehlingsfest im naechsten Jahr wird garantiert ein bisschen anders.

Und ich finde es grossartig von meiner Schule, dass ich mir 5 Tage frei nehmen konnte und nach Anshan fahren konnte.
Am 24. hat der Schulleiter, alle Auslaender an der Schule (also 2 Lehrer und 2 Schueler), zum Abendessen eingeladen, weil Weihnachten ist und so alle mal zusammen sein koennen. Der Haken, der Schulleiter war persoenlich nicht anwesend...
Am 25. hatte ich dann frei und konnte machen was ich wollte. Am morgen habe ich dann erstmal fuer 2 Stunden meine Waesche gewaschen (oh ja, da kommt Weihnachtsstimmung auf!) und dann hab ich mich mit Pedro getroffen um noch ein paar Geschenke fuer Freunde und Familie zu kaufen.
Am Abend war ich dann mit einem Freund essen und da ich als erster im Restaurant war, hatte ich das grosse Vergnuegen das Essen zu bestellen, mit zufaelligem auf die Karte zeigen.

Am Wochenende war ich dann, wie gesagt, in Anshan. Und hab endlich auch mal wieder ausgeschlafen.
Als ich am Sonntag zurueckgefahren bin, bin ich mit dem Bus von meinen Gasteltern zum Busbahnhof gefahren, und siehe da, ich bin in der Werbung! Ich wurde letzte Woche beim YFU-chinesisch-examen darauf hingewiesen, aber ich wollte es unbedingt selber wissen, also bin ich mal Bus gefahren. Ich muss schon sagen, es ist sehr merkwuerdig sein eigenes Gesicht in einer solchen Werbung zu sehen...
Ach ja, falls jemand wissen will, wie das Chinesisch-Examen war, es war extrem schlecht, fuer uns alle. Das war einfach viel zu schwierig fuer uns alle. Einige meinten es war wie 100-Minuten-Lotto. So kam es mir auch vor, es gab so gut wie keine Frage die ich wirklich komplett verstanden habe...

Vielleicht wollt ihr noch wissen was ich zu Weihnachten bekommen habe... Einen Fussball von meiner Gastfamilie, einen Bilderstaender in der Form eines Fahrrads, 2 Orangen, eine Menge Stifte, einen Ceicin Kein Guertel (eine Nachmache von Calvin Klein)...

Samstag, 6. Dezember 2008

Star Trek ist allgegenwaertig...

Wie schafft man es diese beiden Begriffe zu verbinden: "Hochzeit in China" und "Star Trek"? Es geht nicht? Wer das denkt liegt leider falsch. Die Chinesen schaffen es diese beiden Themen zu verbinden.
Beim Hochzeitsmarsch wurde die Star Trek Musik gespielt.

Zur Hochzeit gehoerte es dazu, zuerst jedem Familienmitglied eine Zigarette anzuzuenden, anschliessend wird ein Foto gemacht und der Kuss bei der Hochzeit, danach muessen beide in einen Apfel beissen, wie man es oben auf dem Bild sieht. Es gibt noch eine ganze Menge was dazu gehoert, aber das hab ich entweder vergessen oder kann es nicht sehr gut erklaeren, also entschuldigt bitte. :) Zum Schluss mussten beide Bier trinken, waehrend sie sich umarmten.
Auf einer solchen Hochzeit war ich vor zwei Tagen, wie man unschwer von Foto her sehen kann. Der allergroesste Teil der Hochzeit war draussen. Und vor zwei Tagen ist die Temperatur um 15 grad gefallen, von einem Tag auf den anderen. Nach 2 Stunden in der Kaelte konnte ich meine Fuesse kaum noch spueren... aber ich habe mich nicht erkaeltet.

Die Tiefsttemperatur heute liegt bei -23 grad, aber das ist noch lange kein grund die sportstunden draussen zu verbieten und erst naechstes jahr weiter zu machen. Nein, man kann ja auch bei -15 grad noch fussball spielen... Man braucht einfach 4 Hosen, 4 Pullover plus Winterjacke.
Man hat mir auch schon versprochen, dass es bald schoen viel Schnee geben wird.

Auf dem Bild links rechts kann man einen Markt in einer Strasse von Tai'an sehen. Normalerweise ist es noch voller, aber es wird immer viel angeboten, wie man sehen kann und es ist recht unuebersichtlich...

Sonntag, 16. November 2008

Stromausfall, Tennistunier und Schnee

Dieses Foto ist ne knappe Stunde alt, ich wurde von einem heftigen Schneesturm ueberrascht als ich auf dem Rueckweg von Anshan war. Das ist mein erster Schnee in China und fuer Pedro, der ja aus Ecuador ist, der erste Schnee ueberhaupt. Wir hatte auch sofort eine Schneeballschlacht. :)
Der Grund warum wir nach Anshan gefahren sind, war ein Tennistunier zwischen allen Auslaendischen Schuelern in Anshan. Es wurde an der Anshan Normal University ausgetragen (so normal sah die aber eigentlich nicht aus, oder sind nur pinke Gebaeude fuer eine Uni normal?). Ausserdem war es draussen, was besonders schoen war, wegen den hohen Temperaturen (siehe Foto)... Am Ende bin ich fuenfter geworden und Pedro hat gewonnen. Ich habe aber keine Ahnung, warum wir ein Tennistunier hatte, da noch nie einer von uns allen Tennis gespielt hat. Der Gewinner hat einen Pokal und ein Chinesisches Schach gewonnen. Die Verlierer einen Tischtennisschlaeger, vielleicht wollte man uns damit sagen, fang erst mal mit Tischtennis an... Danach sind wir dann zum Japaner Essen gegangen.

Und zum ersten Teil meiner Ueberschrift, wir hatten vor einer Woche zwei Stromausfaelle innerhalb von vier Tagen. Der erste dauerte nur ne knappe Stunde, der zweite allerdings den ganzen Tag. Deswegen haben wir den Abend frei bekommen, denn ohne Licht kann man ja leider nicht lernen... Was war ich darueber ungluecklich!

Rush-Hour in Anshan

Samstag, 8. November 2008

Kennt ihr jemanden der mit deinem Namen auf dem Ruecken rumlaeuft?


Tja, seit etwa einer Woche kann ich diese Frage mit ja beantworten. Vor einer Woche hat mich eine Mitschuelerin gefragt ob ich meinen Namen auf den Ruecken ihrer Schuluniform schreiben kann, so gross wie moeglich... Jetzt steht mein Name auf ihrem Ruecken und jeder kanns sehen.

In den letzten zwei einhalb Tagen hatten meine Mitschueler in jedem Fach eine Pruefung. Eine Pruefung dauert ca. 2 Stunden und sie hatten zwei Pruefungen pro Tag. Deswegen haben wir den Samstagnachmittag und Sonntag frei, ja das hoert sich nach langen Ferien an. Nach dem freien Wochenende aus der letzten Woche werde ich hier noch ganz verwoehnt, was soll ich nur mit so viel Freizeit machen? Tja, was macht man, wenn man nicht weiss was man machen soll und man in einem Land lebt, in dem alles billig ist? Richtig, man geht shoppen, mit der Begruendung es wird kalt, und ich brauche noch ein paar Kleider fuer den Winter. Was kommt dann am Ende raus? Man hat ne neue Jacke, ein paar Schuhe, ein paar neue Telefonnummern von den Verkaeuferinnen und man wurde zum Rollerskaten eingeladen.
Es koennte jetzt auch noch die Frage aufkommen was habe ich getan als meine Mitschueler das Vergnuegen hatten so viele Pruefungen in so kurzer Zeit zu schreiben. Ich hatte die ganze Zeit "Chinesisch Unterricht". Also, ich habe mit Pedro zuerst fuer 2 Stunden Chinesisch gelernt und dann fuer den Rest des Tages Fussball gespielt, was nicht wirklich sehr interessant war, da wir die einzigen auf dem Platz waren...
Eigentlich dachte ich, dass meine Schule ueberhaupt kein Geld hat, da die Einrichtung zum Teil zu wuenschen uebrig laesst... aber vor kurzem habe ich erfahren, dass jeder Lehrer einen Computer von der Schule bekommt, und die Schule hat immerhin knapp 200 Lehrer...

Das Bild oben stammt uebrigens aus dem Matheunterricht. Ich sitze in der 6. Reihe und pro Reihe gibt es immer 8-9 Schueler... Der Junge links im Bild, der gerade Blaetter austeilt ist mein bester Freund, falls das irgendjemanden interessiert.

Heute, am Sonntagmorgen, konnte ich endlich mal nach ueber 3 Monaten ausschlafen. Es ist grossartig nach so langer Zeit endlich mal ausgeschlafen zu sein... Mein Gastbruder lacht mich jetzt aber immer noch aus, dass ich bis um halb neun geschlafen habe... er meint das ist viel zu spaet.

Freitag, 31. Oktober 2008

Ferien

Dieses Bild ist typisch fuer Tai'an. Ein total ueberladenes Auto, ueberholt eine Pferdekutsche. Zum einen ist es hier sehr modern, zum anderen aber auch nicht. Man sieht hier immer noch sehr viele Pferde und merkwuerdige Dreiraedrige Motorraeder.

Ich habe gerade Ferien fuer 2 Tage, mir hat zwar keiner gesagt, warum, aber das ist im grunde ja auch egal. Aber das bedeuter nicht, dass ich heute ausschlafen konnte. Um zehn nach sieben ist mein Gastvater ins Zimmer gekommen, hat mich geweckt, nur um mir zu sagen, dass in 20 Minuten das Fruehstueck fertig ist und ich bis dahin noch schlafen kann. Als er dann wieder rausgehen wollte, hat das Chemiebuch gesehen, mit dem er mir immer Chemie beibringt, hat es mir aufs Bett geworfen und meinte, ich koennte darin noch ein bisschen lesen.
Am Vormittag bin ich dann durch Tai'an gefahren um ein paar Fotos zu machen. Ich wusste gar nicht, dass Tai'an einen Bahnhof hat, aber der ist so abgelegen, dass man da unter normalen Umstaenden gar nicht hinkommt.

Am Nachmittag habe ich mit meinem Gastvater und meinem Gastbruder Billard und Tischtennis gespielt. Meine Schule hat einen eigenen Raum dafuer, aber nur die Lehrer koennen da spielen.
Ich habe 3:2 im tischtennis und 3:0 im Billard gegen meinen Bruder gewonnen. Er hat nie Zeit zum ueben, da er immer lernt, er ist in der besten Klasse der Stufe und hat morgen extraunterricht, obwohl alle anderen frei haben.

Gestern hatte ich auch schon den halben Tag frei, aber wie es sich fuer einen guten Schueler gehoert, geht man noch zu privatem Unterricht. Ich bin mit ein paar Freunden aus der Klasse zum Matheunterricht zu einem Lehrer nach Hause gegangen. Da ich das nicht verstanden habe, habe ich Chinesisch gelernt...

Im letzten Blogeintrag habe ich ja gesagt, dass ich mich an das Fehlen der Privatsphaere gewoehnt habe. Allerdings an die Toiletten in der Schule konnte ich mich noch nicht gewoehnen. Die Trennwaende zwischen den Einzelnen Kabinen ist nur huefthoch... Ich finde das nicht so angenehm, wenn man mal etwas groessere Geschaefte verrichten muss, und dass kann schon mal passieren, wenn man jeden Tag bis 9 in der Schule ist...

Das ist das momentan hoechste Gebaeude von Tai'an, aber es wird gerade ein Wohnblog gebaut, der noch groesser wird. Ich weiss nicht genau, was in dem Gebaeude ist. Und wie man sehen kann, sind immer viele Autos unterwegs, obwohl Tai'an gerade mal 300.000 Einwohner hat...

Samstag, 25. Oktober 2008

Neuigkeiten und Bilder aus China

Eigentlich ist nichts passiert in letzter Zeit... Bei 73 Schulstunden die Woche, kann es aber auch nicht so viel neues geben.
Ich hab jetzt angefangen meiner Klasse jeden Tag einen Satz Deutsch beizubringen. Meine Englischlehrerin hat mich gefragt ob ich das machen kann. Sie hat mich auch gefragt, wie man meinen Nachnamen ausspricht, aber den kann keiner von denen aussprechen. Es geht von "Hettega" ueber "Pettgo" bis hin zu irgendwelchem Gemurmel das keiner mehr versteht. Aber ich erwarte auch nicht, dass sie es koennen... ich hab genug Probleme mir die ganzen Namen meiner Mitschueler zu merken. Alle an der Schule kennen meinen chinesischen Namen (ausser wenn ich Fussball spiele, dann bin ich nur der Deutsche), aber ich kann mir deren Namen nie merken. Pedro hats am anfangen damit probiert allen spanische Namen zu geben. Aber die haben nie auf die gehoert...

An das fehlen von Privatsphaere hab ich mich langsam gewoehnt. Ich kanns zwar immer noch nicht leiden, wenn ploetzlich jemand ins Bad kommt waehrend ich dusche, aber das passiert zum Glueck auch nicht allzu oft.

Da ich sonst nichts zu sagen habe, zeige ich noch ein paar Bilder.

Auf dem Bild oben sieht man einen der Tempel die man im Qianshan-Nationalpark findet. Die sind so gut wie alle auf solchen steilen Bergen. Aber die Aussicht von da oben ist fantastisch. Es ist nur recht muehsam da hoch zu kommen... und runter...

Wie spaet ist es, als ich das Bild gemacht hab? Wer jetzt sagst, das sieht ganz klar nach halb sieben morgens aus, der hat recht. dieses Bild habe ich gegen halb sieben aufgenommen. Man muss sich beeilen, wenn man einen guten Platz an einem Chinesischen Strand haben will...










Auf diesem Bild sieht man alle Schueler die an meiner Schule sind. Dieses Bild habe ich gemacht als meine Mitschueler zu den morgendlichen Gymnastikuebungen gegangen sind. Ich bin immer noch davon beeindruckt, wie schoen in Reih und Glied sie alle stehen. Und alle Schueler sind dort innerhalb von 3 Minuten versammelt. Die Uebungen dauern ungefaehr 5 Minuten und es sieht unglaublich 5 aus wie 3000 Schueler alle das gleiche machen.
Die Schueler sind nach Jahrgangsstufen sortiert. Vorne sieht man den ersten Jahrgang, danach, in gruen (also in der Militaeruniform), meine Jahrgangsstufe, die 2. Und ganz hinten, wieder in blau, sind die Drittklaessler.
In meiner Klasse sind 65 Schueler und ich habe 13 Parallelklassen.

Mittwoch, 15. Oktober 2008

Ich muss sagen, es ist eine Menge passiert, seit ich das letzte mal etwas in meinen Blog schreiben konnte. Ich habe mir einen Laptop gekauft, hab den Buergermeister von Anshan getroffen, war im Fernsehen und habe Gurkenchips gegessen. Letzteres kann ich allerdings nicht empfehlen. Chips und Gurken sollten nicht zusammenkommen.
Der auf dem Bild abgebildete Geburtstagskuchen gehoerte meinem Chinesischen Grossvater. Ich muss dazu sagen, dass das alles Sahne ist und man nach dem ersten Bissen weisst, dass du gerade die Kalorien fuer die ganze woche zu dir genommen hast. Aber man muss sagen, chinesische Geburtstagskuchen sind wunderschoen. Man steckt da eine Kerze rein, die zusammengefaltet ist, und wenn man sie anzuendet und eine Zeit brennen laesst, faltet sie sich auseinander und wird zu einer Blume, dazu ertoent die Melodie von Happy Birthday.
Unten rechts im Bild kann man Huehnerfuesse sehen, die man auf ganz viele, aeusserst interessante Weisen essen kann. Aber darauf will ich nicht weiter eingehen, da es sich nicht sehr appetitlich anhoert....

Vor ein paar Tagen habe ich den Buergermeister von Anshan getroffen, er wollte alle Austauschschueler aus Anshan treffen. Und er hat mir empfohlen, wenn ich Kultur erleben will, soll ich mal aufs Land fahren. Da Tai'an nicht gerade die groesste Stadt ist, und es hier relativ laendlich ist, wohnen meine Chinesischen Grosseltern auf dem Land, und ich konnte seinen Rat schon befolgen. Und er hat jedem ein Geschenk gegeben. Eine Kette mit einem olympischen Maskottchen und zwei Buecher.
Ein Freund aus Anshan hat Pedro und mir dann am naechsten Tag gesagt, dass wir im Fernsehen zu sehen waren. jetzt war ich hier schon im Fernsehen und in der Zeitung, fehlt eigentlich nur noch das Radio...

Ich habe jetzt auch endlich, nach 2 Monaten, eine richtigen Chinesischlehrin. Vorher wurde ich von anderen Schuelern unterrichtet und sogar von Grundschuelern, den Kindern von einigen Lehrern, die nach der Schule zu uns an die Schule kommen muessen um dann im Lehrerzimmer zu warten.
Und meine erste Hausaufgabe: Die Vokabeln von drei Lektionen, bis zum naechsten Tag...

Sonntag, 28. September 2008

Wie bringt man einen Bewohner von Tai'an zum Erstaunen?

Bevor ich auf diese Frage antworte, moechte ich meinem Opa in Deutschland alles Gute zum Geburtstag wuenschen. Ich wollte eigentlich ein Bild von mir in meiner Schuluniform dazu tun, aber leider ist der Computer immer abgestuertzt nachdem ich das Bild hochgeladen habe.
Nachstes Mal probier ich's nochmal...

Und um jetzt die Frage zu beantworten, man muss ihm einfach nur einen Locher zeigen. Dieses Geraet kennt keiner meiner Mitschueler und koennen sich damit eine ganze Schulstunde lang beschaeftigen. Nur indem sie Loecher in alle moeglichen Papiere machen. Einmal hat die Mathelehrerin den Locher sogar wegenommen. Und im Moment hat ihn mein Gastvater. ich weiss auch nicht warum, aber er meinte er braucht ihn fuer ein paar Tage. Und da ich hier jedes Zeitgefuehl verloren habe, weiss ich nicht wann ein paar Tage vorbei sind. Es ist naemlich egal welcher Tag heute ist. Ich muss eh zur Schule. Auch heute, am Sonntag war ich den ganzen Tag in der Schule. Ich habe zwar schonmal gesagt, dass ich am Sonntagnachmittag frei habe, aber nicht heute. Die Begruendung: In ein paar Tagen, haben wir fuer 3 Tage Ferien, und da wir da nicht zur Schule gehen, gehen wir am Sonntagnachmittag zur Schule, damit nicht allzu viel Unterricht ausfaellt...

Im Unterricht, wenn mir langweilig ist, was natuerlich nur ganz selten der Fall ist, schau ich manchmal in mein Englischbuch. Und ich habe doch tatsaechlich was ueber Deutschland gefunden. Im "Karneval" geht es auch um das Oktoberfest... Das ist das einzige was ich ueber Deutschland finden konnte. Im Geschichtsunterricht haben meine Mitschueler letztens etwas ueber Martin Luther gelernt. Sonst lernen die aber nicht so viel ueber Deutschland. Mein Politiklehrer sagt aber immer gerne, dass die Deutschen sehr kalt und ernst sind.

Sonntag, 14. September 2008

Freu dich nie zu frueh

Heute ist ein Feiertag in China, das Mittherbstfest. Vor zwei Wochen hat man mir gesagt, dass wir zwei Tage frei haetten. Darueber war ich natuerlich sehr gluecklich, denn ich bin jeden Tag in der Schule, seit ich hier vor ueber drei Wochen angekommen bin. Die Mittelschule gegenueber hatte heute frei, aber wir muessten morgens zur Schule, denn man muss ja noch was lernen bevor's in die "Ferien" geht. Den Nachmittag und sogar den Abend habe ich frei. Morgen, am Montag, sollte eigentlich der ganze Tag frei sein, aber ich geh Abends wieder zur Schule. Also, aus zwei ganzen wurden zwei halbe Tage Ferien.
Aber es sind auch eine Menge gute und interessante Dinge passiert. Heute Nachmittag habe ich meine Grosseltern besucht. Sie wohnen in dem Dorf, dass man auf dem Foto sehen kann. Es ist nicht gerade ein sehr reiches Dorf und ich glaube ich war der erste Auslaender, der je dort war.

Vor ein paar Tagen kam eine Reporterin in unsere Schule um ueber Pedro und mich einen Artikel zu schreiben, weil wir ja die ersten Austauschschueler an der Schule sind. Und noch am gleichen Tag waren wir auf der Titelseite des Regionalteils... Es ist schon erstaunlich wie beruehmt man werden kann, nur weil man Auslaender ist.

Meine Mitschueler geben mir dauernd Geschenke. Am meisten irgendwelche Suessigkeiten oder Stifte, aber es gibt auch einige, die mir andere Sachen schenken. Ich habe zum Beispiel einen Ohrkratzer von einem Mitschueler geschenkt bekommen. Damit kannst du dir im Ohr rumpulen, wenns noetig ist...

Gestern habe ich in einer chinesischen Fussballzeitschrift geblaettert, weil ich im Unterricht mal wieder nichts verstanden habe. Ich habe sogar einen dreiseitigen Artikel ueber einen deutschen Fussballverein gefunden. Aber nicht, wie man vielleicht denkt, ueber Bayern Muenchen. Nein, der Artikel war ueber Unterhachingen. Ich weiss nicht warum eine chinesische Zeitung etwas ueber Unterhachingen schreibt, aber es war uebrigens der laengste Artikel in der ganzen Zeitung.

Ich habe jetzt auch die ersten Tests in der Schule geschrieben. Als erstes hatte ich einen Englisch test. Ich hab 94 Punkte bekommen. Vor ein paar Tagen war dann ein Geschichtstest an der Reihe. Ich weiss nicht warum, aber man hat mir auch ein Blatt gegeben. Aber zum Glueck besteht ein Chinesischer Test zum groessten Teil aus ankreuzen, also habe ich alle Antworten geraten. Ich hab am Ende noch auf Chinesisch auf den Zettel geschrieben, dass ich leider kein Chinesisch lesen kann. Ich habe 14 von 55 Fragen richtig geraten.

Dienstag, 2. September 2008

Meine Schule

Das ist meine Schule, zumindest ein Teil davon. Im unteren Teil dieses Gebaeudes ist die Mensa fuer die Schueler und darueber befindet sich die grosse Aula. Ich weiss eigentlich nicht wirklich, was ich schreiben soll, weil ich nichts neues erlebt habe. Es gibt nur eine Sache die ich zum letzten Blogeintrag hinzufuegen moechte. Ich habe geschrieben, dass wir den Sonntagnachmittag frei haben, das stimmt auch, aber das war's dann auch. Wir haben nur den Sonntagnachmittag frei. Abends musst du wieder zur Schule gehen...
Aber ich habe gehoert das bald ein Fest in China ist und meine Mitschueler meinten, wir haben dann zwei Tage frei! (Ist das nicht erbaermlich, wie ich mich darueber freue, in 2 Wochen mal fuer 2 Tage frei zu haben?) Aber wie gesagt, bis dahin habe ich noch 2 Wochen non-stop Schule...
Zum Essen in der Schule kann ich sagen, dass es ganz ok ist. Abends gibt es immer das leckerste und morgens das schlechteste, ich weiss nicht warum, aber es war bis jetzt immer so. Die Milch schmeckt irgendwie anders als in Deutschland und jeder Chinese trinkt die Milch heiss und mit ganz viel Zucker. Morgen habe ich zum ersten mal Sportunterricht, dann wird meine Klasse gegen Pedros Klasse Fussball spielen.
Und heute konnte ich dass erste mal Hausaufgaben machen, und nein, nicht fuer Englisch, sondern fuer Chinesisch. :) Es ist zwar extrem schlecht und eigentlich gegen alles was die Lehrerin will, aber ich hab was geschrieben, ueber 150 Woerter (die Lehrerin will eigentlich 800 haben, da hab ich mir als Auslaender einfach ein paar gespart). Ich bin schon froh hier nur als Auslaender zu sein, weil ich so automatisch einige Vorteile bekomme ohne die ich es hier nicht aushalten koennte. Aber ich versuche normalerweise keine Vorteile zu bekommen, weil ich wie die anderen sein moechte (was schwer ist, da jeder sofort sieht wer du bist).

Sonntag, 31. August 2008

Wer von euch hat schonmal fast eine Stunde lang Autogramme gegeben?


Es war ein ziemlich interessantes Wochenende... Am Freitag Abend hat man mir gesagt, David, du musst morgen singen. Ich musste dann innerhalb von einem Tag ein ganzes Lied lernen und als ich dann gefragt habe vor wem ich singen soll, habe ich nie wirkliche Antworten bekommen. Am naechsten Tag, um 2 Uhr, habe ich dann die Aula gesehen. Ich habe gefragt, wie voll wird dieser Raum? die Antwort war, ganz voll (ueber 800 Plaetze). Aber ich glaube es war dann nicht so schlimm. Die Schueler waren alle begeistert, aber wahrscheinlich nur, weil ich ein Auslaender bin.
Am Sonntag wurde es dann richtig interessant, es war der letzte Tag vom Military Training (wir haben Samstags und Sonntags Schule, am Sonntag aber nur vormittags) und es gab einen Wettkampf, welche Klasse die beste ist, es gibt 15 Klassen. Am Ende hat dann meine Klasse gewonnen. Unser Trainer meinte, er wuerde Pedro und mich vermissen, weil wir uns nicht mehr sehen koennen. ich glaube er mag uns sehr, weil er immer mit uns geredet hat und manchmal mussten wir einige Sachen nicht mitmachen, weil er lieber Basketball oder Fussball mit uns spielen wollte.
Als es dann vorbei war, wurden Pedro und ich von den Schuelern ueberrannt, alle wollten Autogramme von uns haben. Und einige (vor allem die Maedchen) wollten auch Fotos mit uns machen. Ich musste vielen auch meine Handy-Nummer geben (ich bekomm jetzt immer irgendwelche Anrufe und SMS...). Nach einer Stunde waren wir dann endlich fertig.
Auch waehrend des Trainings waren wir total beliebt, immer wenn wir an einer anderen Klasse vorbeimaschiert sind haben alle uns zugewunken und in den Pausen wurden wir immer in verschiedene Klassen gezehrt um mit den Schuelern zu reden.
Am Morgen hat man mir gesagt, ich werde heute den Grossvater von meinem Gastbruder besuchen, aber als dann die Schule zuende war, bin ich mit dem Sohn von einem Freund von meinem Gastvater essen gegangen. Und danach habe ich eine Radtour durch Tai'an gemacht.

Donnerstag, 28. August 2008

Das Military Training


Offiziel beginnt die Schule in China ja erst am 1. September, aber damit man vorher schon was lernt geht man schon ein paar Tage vorher zur Schule. Offiziel habe noch ich Ferien...
Aber das ist ja kein Problem, ich sitze nicht die ganze Zeit im Klassenraum. Nein, ich habe das grosse Glueck jeden Tag 9 Stunden im Freien zu verbringen, bei ueber 30 Grad Celsius, in der Sonne. Jeder neue Schueler muss es machen, also muessen Pedro und ich es auch machen: Das Militaer Training.
Wie man auf diesem wunderbaren Foto sehen kann, bekommt jeder Schueler eine Uniform, meine war sogar umsonst, die lieben uns, deswegen gibt es viele Sachen umsonst. :) Der andere Mann auf dem Bild ist der Trainer von meiner Klasse. Er ist Offizier in der Armee und der Chef von den anderen Trainern. Pedro und ich sind natuerlich in die beste Klasse gekommen bin. Er ist total nett und bevorzugt uns immer, aber trotzdem muessen wir natuerlich das ganze Programm mitmachen: um 7:30 geht's los, davor sitzt man noch in der Klasse zum Selbst-Lernen. Das erste was man macht: 45 Minuten stillstehen. Danach wird fuer den Rest des Vormittags maschieren geuebt. Um 11:30 ist Mittagspause und um 14:00 geht's weiter. Auch erst einmal mit 45 Minuten stillstehen. Das waere ja eigentlich nicht so schlimm, wenn es nicht extrem heiss ist und man in der Sonne stehen muss. Es ist auch schon passiert das eine Schuelerin umgefallen ist...
Natuerlich gibt es auch Pausen und Wasser gibt es auch jede Menge, als Auslaender duerfen wir trinken wann wir wollen, die anderen muessen erst um Erlaubnis fragen, die aber nicht immer erteilt wird.
Ich glaube die Offiziere und die Lehrer sind ziemlich beeindruckt, dass wir das durchhalten. Wir muessen es eigentlich nicht machen und wir koennen aufhoeren, wenn wir nicht mehr wollen. Aber ich denke, das gehoert dazu, wenn man in China ist...
Und waehrend wir den Sportplatz immer und immer wieder rauf- und runtermaschieren winken uns alle anderen Schueler zu. Die finden es ziemlich lustig, dass Auslaender ihr Militaer Training machen. Aber es sind alle total nett zu uns. Leider sind die meisten auch ziemlich schuechtern, deswegen ist es schwierig richtige Freunde zu finden.
Am Ende des Training, am Sonntag, wird es einen Wettbewerb geben, welche Klasse die beste ist. und weil wir das natuerlich unbedingt sein wollen wird mehr trainiert...
Das Military Training ist dann um 5:30 zu Ende, dann gibt's Abendessen und danach geht man wieder in den Unterricht. Da ich den Unterricht leider nicht verstehe (ausser natuerlich Englisch) und ich es nicht schaffe 4 Stunden non-stop Chinesisch zu lernen, gucke ich mich immer mal wieder um und sehe interessante Sachen, wie z.B. ein 10cm langes Insekt vom Ventilator zerfetzt wird... Wie ihr seht, wird mir nicht so schnell langweilig. Es gibt immer noch die Rieseninsekten fuer den Notfall...

Sonntag, 24. August 2008

First Pass to Heaven

Ich hoffe ihr habt ein bisschen Zeit, denn dieser Blogeintrag koennte ein bisschen lang werden. Leider habe ich diesmal kein Bild, aber naechstes Mal. In der letzten Woche habe ich so viel erlebt, das reicht eigentlich fuer mehrere Monate (und wahrscheinlich wird es auch so kommen, denn morgen faengt die Schule an).

Wo soll ich nur anfangen... Am Mittwoch habe ich ein sehr gutes Geisterhaus besucht. Es gibt drei Schwierigkeitsstufen, zwischen denen du waehlen kannst: Einfach, Mittel, Schwer. Bei der einfachen, bleibst du 5 Minuten im Haus, bei der mittleren 15 und bei der schwierigen 30. Ich war da mit einer Freundin und ihrem Cousin und sie wollte nur die einfache (kaum waren wir drin, ist sie schreiend rausgerannt). Dieses "Haus" findet man im obersten Stockwerk eines Einkaufszentrums, es ist extrem dunkel und man wird durchgefuehrt. Natuerlich sieht man ueberall tote "Menschen", die aus Plastik sind, aber in einem der langen Gaenge kann es passieren, dass auf einmal eine Hand aus der Wand an deinem Fuss zieht, und du hast die ganze Zeit das Gefuehl, dass du verfolgt wirst (was dann auch stimmt, denn irgendwann packt dich jemand von hinten).

Am naechsten Tag bin ich dann mit einer Gastfamilie an den Strand gefahren. Wir sind mit vielen Freunden dahin gefahren, also haben wir uns einen Bus gemietet. Das Problem war, dass du ueberhaupt keine Beinfreiheit hattest. Von der Sitzkante deines Sitzes, bis zur Lehne des Vordermannes war es kaum mehr als eine Handlaenge. Die Fahrt dauerte 6 Stunden...

Und als erstes haben wir einen Freizeitpark besucht. Der war ziemlich langweilig, weil es nur zwei kleine Achterbahnen gab und jede Menge Attraktionen fuer kleine Kinder. Dort gab es auch andere Auslaender, und ich muss sagen, ich habe mich schon so sehr an die Chinesen gewoehnt, dass es merkwuerdig war einen Auslaender zu sehen.

Am naechsten Tag sind wir dann in den naechsten Freizeitpark gefahren, der war wesentlich besser. Es gab eine Menge gute Attraktionen, z.B. eine Achterbahn wie Black Mamba im Phantasialand (ich hab es sogar geschafft, dass meine Gastmutter mitkommt, und ich glaub sie mochte die Achterbahn). In den Freizeitparks und in einigen anderen Parks, kannst du dir kleine Elektroautos mieten um rumzufahren, aber leider sind die nicht viel schneller als Schrittgeschwindigkeit, aber natuerlich haben sie ein eine Hupe, die gerne benutzt wird, selbst wenn niemand im Weg ist.

Am Samstag bin ich dann zur Chinesischen Mauer gefahren. Aber nicht nach Beijing, sondern zum ersten Teil der Mauer im Osten. Ins Englische uebersetzt heisst es First Pass To Heaven, ich weiss auch nicht warum, und wurde Ende des 14. Jahrhunderts erbaut.
Man sagt, dass man solange kein Held ist, solange man nicht die Chinesische Mauer besucht hat. Es war total heiss, aber sehr schoen. Aber ich denke, in Beijing ist die Mauer viel schoener. Dort wo ich war, geht sie einfach schnurgeradeaus.

Am Sonntag bin ich dann nach Tai'an gefahren. Die Fahrt dauert ungefaehr eine Stunde mit dem Auto. Tai'an ist eine kleine Stadt und der Wirtschaftsboom Chinas ist hier noch nicht ganz angekommen, es ist eine recht arme Stadt. Es gibt nicht wirklich Buergersteige, aber die Menschen hier sind total nett. Ich wohne wirklich direkt neben der Schule, ich kann vom Wohnzimmer aus das Haus sehen in dem die Schueler, die von weit weg sind, schlafen. Die Schule ist nicht besonders gross und nicht besonders modern und auch nicht besonders ausgestattet, es ist eine ganz normale Schule. Mir wurde uebrigens gesagt, dass Pedro (der andere Austauschschueler) und ich die ersten Austauschschueler an dieser Schule sind.
Und heute hatte ich dann meinen ersten Schultag. Ich muss um halb sechs aufstehen, um dann um sechs zur Schule zu gehen. Fruehstueck gibt es in der Schule, um 7:30 beginnt dann der Unterricht. Ich musste aber vorher noch zur Polizeistation, weil ich neu hier bin. Um 11:30 ist Mittagspause bis 2 Uhr nachmittags. Ich esse in der Schule und geh danach nach Hause. Um 2 beginnt dann wieder der unterricht, das war heute zuerst Geschichte. In meiner Klasse sind ca. 50-60 Schueler und ich musste erst meinen Nachbarn fragen ehe ich wusste welches Fach wir haben. Der Unterricht war total langweilig, weil ich nichts verstanden habe und die Lehrerin nur geredet hat (es wurde einmal jemand drangenommen). Danach hatte ich Englisch, das war lustig, weil ich endlich mal was verstanden habe. Aber ich musste vorlesen, weil das alles fuer mich ziemlich einfach ist und weil ich Auslaender bin, da wird erwartet, dass man das kann.
Danach hatte ich noch ein anders Fach, aber ich weiss immer noch nicht welches. Um halb 6 gibts Abendessen (natuerlich in der Schule) und um halb 7 geht der Unterricht dann weiter, aber es ist Selbstlernen, also der Lehrer steht vorne und du lernst fuer dich. Um halb 10 darfst du dann endlich nach Hause gehen, nach 15 Stunden Schule...

Dienstag, 19. August 2008

Jetzt ist auch die letzte Vorbereitung vorbei


Heute war der letzte Tag von meinem CCLC (Chinese Culture and Language Course). In den naechsten Tagen werden wir alle in unsere ganzjaehrigen Gastfamilien gehen. In den letzten 20 Tagen haben wir alle eine Menge ueber die Chinesische Kultur und Sprache gelernt und wir sind alle gute Freunde geworden.
Ich glaube wir haben alle Sehenswuerdigkeiten von Anshan in dieser Zeit besucht, und das sind gar nicht mal so wenige. Am besten hat mir der Jade-Buddha Tempel gefallen. Die Tempelanlage ist ein Teil eines riesigen Parks (des 219-Parks) und ist einfach nur wunderschoen.
Leider konnte sich die Stadt nie von ihrere schoensten Seite zeigen, weil ueberall gebaut wird. Die Buergersteige sind an vielen Stellen aufgerissen, viele Strassen werden neu asphaltiert (was sie auch wirklich noetig haben, ich habe noch nie solche Schlagloecher gesehen) und es werden viele neue Haeuser gebaut. Aber ich bleibe ja noch eine Weile in Anshan, und es gefaellt mir hier sehr gut. Ich habe mir auch schon eine Karte von Anshan gekauft, die ich aber leider nicht verstehe... und ich habe einen kleinen Reisefuehrer "Anshan for foreigners". Ein Amerikaner, der hier fuer 4 Jahre lebt, hat ihn gemacht.
In diesen 20 Tagen hatte ich nie wirklich die Gelegenheit auszuschlafen, denn ich wurde immer irgendwie aufgeweckt (ich habe meinen Wecker nie gebraucht, obwohl ich immer um viertel nach sechs aufstehen muss): z.B. am Sonntagmorgen wird um halb sieben der Fernseher angeschaltet, damit man noch einmal die besten Momente des Vortages der Olympischen Spiele sehen kann.

Auf meinen naechsten Blogeintrag muesst ihr leider noch ein bisschen warten, weil ich jetzt fuer ein paar Tage an den Strand fahre und direkt danach nach Tai'an fahre.

Samstag, 16. August 2008

Chinesische Treppenhaeuser

In Deutschland gibt es ja Bewegungsmelder in einigen Treppenhaeusern und wenn man sich bewegt geht das Licht an, in China (zumindest in Anshan) ist das ein bisschen anders. Hier sind es keine Bewegungsmelder, sondern es geht nach dem Schall, den deine Tritte machen. Und es gibt einige Melder, die sind so unempfindlich, dass du erst ein paar mal auf der Stelle rumspringen musst, ehe das Licht angeht.
Deswegen ist es ein kleines Problem, wenn du Abends nach Hause kommst und aus Ruecksicht auf die Nachbarn moeglichst leise die Treppe hochgehst... Aber die meisten dieser Melder sind sehr empfindlich, sodass man nicht ueberall rumspringen muss, wenn man Licht haben will.

In diesem Vorbereitungskurs schauen wir uns ziemlich viel von Anshan an. Auf dem Bild sieht man mich in einem Museum fuer die gefallenen Soldaten waehrend der letzten Kriege in China. Es steht auf einem Berg, auf dem es vor vielen, vielen Jahren mal eine grosse Schlacht zwischen den Japanern und den Chinesen gab. Wenn ich es richtig verstanden habe, haben die Chinesen gewonnen.
Wir lesen in der Schule manchmal ein Buch, das "Di Zi Gui" heisst. es geht da um Erziehung und so. Es ist eines der aeltesten Buecher in China und es sagt dir, wie du dich anderen Menschen gegenueber verhalten sollst.

Heute habe ich mir eine Karte von Anshan und ein Handy gekauft. Eine SMS kostet einen Cent und eine Minute telefonieren kostet 2 Cent.
Die Preise hier sind in der Regel nicht sehr hoch, eine Flasche Wasser kostet 10-20 cent, eine Busfahrt, egal wohin, kostet auch 10cent und das Taxi, egal wie weit du willst, kostet 60cent. Deswegen fahren die Taxifahrer immer sehr, sehr schnell. Ich denke, wenn man sehr schnell in China von einem Teil der Stadt in einen anderen will, ist das Taxi der schnellste Weg.

Vielleicht fahr ich in ein paar Tagen zum Strand und deshalb eine halbe Woche spaeter nach Tai an. Meine jetztige Gastfamilie moechte dort Urlaub machen und hat mich gefragt ob ich mit will. Ausserdem kommt noch der andere Austauschschueler mit, der mit mir in Tai an leben wird. Er ist aus Ecuador und wir werden auf dieselbe Schule gehen. Ich bin ziemlich gespannt auf den Chinesischen Strand.

Donnerstag, 14. August 2008

4000 Stufen und Huehnerherzen

Der 13. August war ein sehr langer und anstrengender Tag fuer mich. Ich bin um 5 aufgestanden, war um 7 an der Schule und dann gings los:
Zuerst wurden zwei Berge bestiegen, dann Mittag gegessen und danach noch der groesste Jade Buddha der Welt besichtigt.

In den fruehen Morgenstunden sind wir zu den "1000 Bergen" gefahren (es sind in echt nur 999). Dort gab es natuerlich schon jede Menge Chinesischer Touristen, das bedeutet, wir (die Auslaender) wurden immer wieder gefragt ob wir nicht ein Foto mit ihnen machen koennten. Dann sind wir den ersten Berg hochgegangen. Um hoch zu kommen musst du ueber knapp 2000 Stufen, und die Steigung ist deutlich hoeher als 45 Grad. Ausserdem wuerde so eine Treppe in Deutschland niemals erlaubt sein, sie waer zu gefaehrlich... Nach 20 Minuten waren wir dann oben und total k.o. Als es dann wieder runter ging musste man hoellisch aufpassen, dass man nicht runterfaellt, weil es ziemlich steil ist und die Stufen zum groessten Teil nur einen halben Fuss breit sind. Unten wurde uns dann gesagt, dass wir in ein paar Minuten den naechsten Berg besteigen werden (man kann sich hoffentlich vorstellen wie wir uns schon nach dem ersten Berg gefuehlt haben).
Auf dem anderen Berg gibt es jede Menge wunderschoene Tempel, also gab es wenigstens viel schoenes zu sehen. Um ganz auf die Spitze zu kommen musste man ersteinmal durch eine 50cm breite Felsspalte und danach noch einen anderen Felsen hochklettern. Als Hilfe gab es eine recht dicke Eisenkette mit 4 oder 5 Gliedern. Dieser Berg war natuerlich nicht weniger steil als der andere. Und vielleicht sollte ich noch hinzufuegen, dass die Temperatur bei 34-36 Grad lag.

Auf dem Foto kann man einen der Tempel beim Jade Buddha sehen. Diese Tempelanlage gehoert zu einem riesigen Park mit einem Vergnuegungspark. Es war sehr interessant und wunderschoen. Nur leider war es sehr heiss und man durfte vieles nicht fotografieren.


Zum Schluss noch eine Geschichte aus meinem Leben in China:
Am letzten Sonntag habe ich morgens mit meinem Gastvater Badminton gespielt (er kam gegen 7 ins Zimmer und hat gefragt ob ich mit ihm spielen will).
Einige Spiele spaeter (gegen 11) hat er mir dann gesagt, dass ich um 12 mit dem Sohn von seinem Freund zum Essen verabredet bin. Bevor ich mir ueberlegen konnte was ich jetzt machen soll, musste ich wieder spielen (schliesslich ist nicht jeden Tag ein Auslaender in der Badmintonhalle). Als ich dann endlich fertig war stand auf einmal ein 19 jaehriger mit seiner Mutter vor mir und meinte wir sind zum Essen verabredet und ging zum Auto. Was sollte ich tun? Ich war durchgeschwitzt und hatte natuerlich noch meine Sportsachen an. Ich schaute mich um und bemerkte, dass mein Gastvater nicht mehr da war...
Wir sind dann mit dem Auto zu einem Restaurant gefahren, aber leider nicht nur zu irgendeinem Restaurant, nein, sondern zum beruehmtesten Restaurant Anshans fuer Nordchinesische Kueche. Nach Schweiss stinkend und in Sportsachen habe ich dann die Koestlichkeiten der Nordchinesischen Kueche kennengelernt. Es gab z.B. Kuhzunge und Huehnerherz.

Freitag, 8. August 2008

Mein Schulweg:


Dieser nette, kleine Park, den ihr da auf dem Bild seht, ist direkt hinter meinem Haus. Und wenn ich mit dem Bus zur Schule fahre, gehoert dieser Park zu meinem Schulweg. Ich muss sagen, dass ist der schoenste Schulweg, den ich jeh hatte.
Aber eigentlich fahr ich nicht sehr oft mit dem Bus zur Schule. Ich muss um viertel nach sieben das Haus verlassen, wenn ich mit dem Bus zur Schule fahren will, weil um 8 die Schule beginnt und ich ziemlich weit weg davon wohne. Wenn ich 10 Minuten zu frueh bin, sagt meine Gastmutter, das es zu frueh ist, und sie faehrt mich mit dem Auto zur Schule (dann bin ich eine Halbe Stunde zu frueh da). Wenn es 5 Minuten zu spaet ist, sagt sie, es ist zu spaet und faehrt mich mit dem Auto zur Schule. Wenn ich mal puenktlich bin, fragt sie mich irgendetwas, was dann natuerlich ein bisschen Zeit in Anspruch nimmt, und sagt anschliessend, dass es zu spaet ist und sie mich mit dem Auto bringen muss. Sie denkt, es ist zu gefaehrlich fuer mich mit dem Bus zur schule zu fahren. Sie macht sich immer Sorgen um mich. Deswegen haette ich auch eigentlich kein Problem von ihr gebracht zu werden, aber sie kommt deswegen viel zu spaet zu ihrer Arbeit, wenn sie mich zur Schule bringt. Deshalb will ich immer mit dem bus fahren. Aber sie findet immer einen Weg mich zur Schule zu bringen. Das ist einfach nur extrem nett und gastfreundlich von ihr. Deswegen sage ich immer Danke zu ihr wenn ich kann. :)
Im Chinese Language and Culture Course sind 20 Schueler aus 7 verschiedenen Laendern: 10 deutsche, 3 Amerikaner, 2 Thailaender, 1 Schweizerin, 2 Finnen, einer aus Ecuador und 1 Niederlaender.
Das Essen hier ist sehr gut. Aber die denken hier ich bin zu duenn, ich muss dicker werden (stimmt vielleicht auch...) und weil westliches Essen einen wohl dicker macht als chinesisches, gibt es oft westliches essen zum fruehstueck. Vor 2 Tagen hatte ich Kuchen zum Fruehstueck und heute "Broetchen".
Aber wenn es mal Chinesisches Essen gibt, ist es entweder Reis oder Nudeln. Ich weiss nicht was es hier oefter gibt.

Mittwoch, 6. August 2008

Neues aus Anshan :)


Wusstet ihr, dass die Olympische Fackel durch Anshan getragen wurde?
Vor ein paar Tagen gab es ein Basketballspiel zwischen Chinesischen und YFU Schuelern (wir haben verloren). Und dort war auch ein Fackellaeufer mit dem wir uns natuerlich gerne fotografiert haben... :)
Heute war ich beim Arzt. Alle Schueler die in Anshan und Shenzhen bleiben mussten die Aerztliche Untersuchung noch einmal wiederholen. Aber ich hab's ueberlebt. :)
Am Wochenende hatte meine familie auf einmal ganz viele Partys... auf denen ich rumgezeigt werden musste. Aber es sind alle total nett und jeder ist froh sein Englisch ausprobieren zu koennen. Und ich soll immer ueber Deutsches Bier reden... Denn das einzige Deutsche Wort das viele koennen ist "Prost".
Zum Essen kann ich nur sagen, dass es total lecker ist, aber beim Fruehstueck gibt es immer Milch ausm Plastikbeutel mit Walnussgeschmack. Aber man gewoehnt sich dran.
Das Fernsehen ist ziemlich interessant (obwohl ich nichts versteh). Es ist alles, wirklich alles, ueber die Olympischen Spiele, sogar der groesste Teil der Werbung. Aber Chinesische Werbung ist lustig.
Fast jeden Tag, nach meinem Chinese Culture And Language Course gehe ich mit meiner Gastmutter einkaufen oder sonst wohin, damit ich Anshan kennen lerne. Und immer werde ich von allen Seiten beglotzt. :) Ich war noch nie so beliebt. ;)
Wer mich dann laenger als 10 Sekunden ununterbrochen und extrem auffaellig anguckt, dem oder der laechel ich dann immer zu. Es ist dann immer interessant zu sehen wie die Leute reagieren. Einige grinsen zurueck und andere gehen einfach weiter. Aber ein kleines Maedchen hat sich leider nicht mehr eingekriegt. Die hat mich nur noch mehr angestarrt und stand da immer noch 5 Minuten spaeter.

Freitag, 1. August 2008

Schreibe nie mit einem Edding auf ein White-Board!!

Der Shanghaier Flughafen ist sehr schoen, nur leider war das alles was ich von Shanghai gesehen habe.
Nach 24 Stunden, von Deutschland aus, bin ich dann in Beijing angekommen. Von dort sind wir mit dem Bus zu einer Jugendherberge gefahren. Diese Jugendherberge hatte nur ein Loch als Toilette.
Nach ungefaehr 4 Stunden schlaf mussten wir wieder aufstehen um den Zug nach Shenyang zu bekommen. Nach 6 stunden zugfahrt und 2 stunden pause in Shenyang sind wir nach anshan gefahren. Im shenyanger bahnhof wurdest du von jedem angeguckt. es gab sogar welche die sich zu uns gestellt haben... Im Zug gab es uebrigens auch nur Loecher als Toiletten... Aber damit muss ich wohl leben. :)
In Anshan wurden wir dann von den 4-woechigen Gastfamilien abgeholt und nach hause gebracht (bei mir kam leider der unfall dazwischen). Naja, der Verkehr in China ist so das spannenste was es gibt. jeder faehrt wie er will, und die hupe ist viel wichtiger als der rueckspiegel. Rote Ampeln sind irgendwie auch egal, und einige Autos haben kein Nummernschild. Mein Gastmutter meinte diese Autos sind neu.

Ich habe total viel Spass hier. Vor allem die Sprachprobleme sind lustig... In der Schule haben wir ein White Board und da lag ein Stift. Eric (ein amerikaner) und ich wollten 3D Tic-Tac-Toe an der Tafel spielen. Naja,leider war das problem, dass es ein Permanent-Marker war... also nicht abwischbar ist. Wer kann denn ahnen dass da ein Edding liegt?? es stand nur was auf Chinesisch drauf. Aber wir haben es irgendwie wieder abbekommen (nach einer stunde).

Montag, 28. Juli 2008

Endlich angekommen

Ich bin jetzt in China angekommen. Und bin seit ungefaehr einer Stunde bei meiner Gastfamilie. Leider kann nur mein Gastbruder Englisch, aber das ziemlich gut, obwohl er erst elf ist. Aber sie sind alle total nett zu mir.
Als mich meine Gastfamilie vom Bahnhof abgeholt hat, wurden wir von einem Taxi gerammt, deshalb mussten wir mit einem anderen Taxi nach Hause fahren... War zum Glueck nur ein Blechschaden. Ich bin zwar ziemlich muede, aber sonst geht's mir gut.

Montag, 23. Juni 2008

Damit ist die Vorbereitung wohl vorbei


Diesen Donnerstag (26. Juni) hatte ich meine letzte Chinesisch Stunde. Auf dem Bild rechts sieht man meine Schwester, mich und Mi, meine wunderbare Chinesisch-Lehrerin. Sie arbeitet ehrenamtlich für YFU und konnte mir deshalb oft helfen.
Und am Freitag (27. Juni) habe ich mein Visum für China bekommen. Ich musste dafür extra nach Frankfurt fahren... Was tut man nicht alles um nach China zu kommen.