Donnerstag, 14. August 2008

4000 Stufen und Huehnerherzen

Der 13. August war ein sehr langer und anstrengender Tag fuer mich. Ich bin um 5 aufgestanden, war um 7 an der Schule und dann gings los:
Zuerst wurden zwei Berge bestiegen, dann Mittag gegessen und danach noch der groesste Jade Buddha der Welt besichtigt.

In den fruehen Morgenstunden sind wir zu den "1000 Bergen" gefahren (es sind in echt nur 999). Dort gab es natuerlich schon jede Menge Chinesischer Touristen, das bedeutet, wir (die Auslaender) wurden immer wieder gefragt ob wir nicht ein Foto mit ihnen machen koennten. Dann sind wir den ersten Berg hochgegangen. Um hoch zu kommen musst du ueber knapp 2000 Stufen, und die Steigung ist deutlich hoeher als 45 Grad. Ausserdem wuerde so eine Treppe in Deutschland niemals erlaubt sein, sie waer zu gefaehrlich... Nach 20 Minuten waren wir dann oben und total k.o. Als es dann wieder runter ging musste man hoellisch aufpassen, dass man nicht runterfaellt, weil es ziemlich steil ist und die Stufen zum groessten Teil nur einen halben Fuss breit sind. Unten wurde uns dann gesagt, dass wir in ein paar Minuten den naechsten Berg besteigen werden (man kann sich hoffentlich vorstellen wie wir uns schon nach dem ersten Berg gefuehlt haben).
Auf dem anderen Berg gibt es jede Menge wunderschoene Tempel, also gab es wenigstens viel schoenes zu sehen. Um ganz auf die Spitze zu kommen musste man ersteinmal durch eine 50cm breite Felsspalte und danach noch einen anderen Felsen hochklettern. Als Hilfe gab es eine recht dicke Eisenkette mit 4 oder 5 Gliedern. Dieser Berg war natuerlich nicht weniger steil als der andere. Und vielleicht sollte ich noch hinzufuegen, dass die Temperatur bei 34-36 Grad lag.

Auf dem Foto kann man einen der Tempel beim Jade Buddha sehen. Diese Tempelanlage gehoert zu einem riesigen Park mit einem Vergnuegungspark. Es war sehr interessant und wunderschoen. Nur leider war es sehr heiss und man durfte vieles nicht fotografieren.


Zum Schluss noch eine Geschichte aus meinem Leben in China:
Am letzten Sonntag habe ich morgens mit meinem Gastvater Badminton gespielt (er kam gegen 7 ins Zimmer und hat gefragt ob ich mit ihm spielen will).
Einige Spiele spaeter (gegen 11) hat er mir dann gesagt, dass ich um 12 mit dem Sohn von seinem Freund zum Essen verabredet bin. Bevor ich mir ueberlegen konnte was ich jetzt machen soll, musste ich wieder spielen (schliesslich ist nicht jeden Tag ein Auslaender in der Badmintonhalle). Als ich dann endlich fertig war stand auf einmal ein 19 jaehriger mit seiner Mutter vor mir und meinte wir sind zum Essen verabredet und ging zum Auto. Was sollte ich tun? Ich war durchgeschwitzt und hatte natuerlich noch meine Sportsachen an. Ich schaute mich um und bemerkte, dass mein Gastvater nicht mehr da war...
Wir sind dann mit dem Auto zu einem Restaurant gefahren, aber leider nicht nur zu irgendeinem Restaurant, nein, sondern zum beruehmtesten Restaurant Anshans fuer Nordchinesische Kueche. Nach Schweiss stinkend und in Sportsachen habe ich dann die Koestlichkeiten der Nordchinesischen Kueche kennengelernt. Es gab z.B. Kuhzunge und Huehnerherz.

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Nǐhǎo!
Hey - es ist Olympia und Du bist doch nicht zum Vergnügen in China (oder womöglich doch?), allerdings bereiten Deine Berichte uns sehr viel Vergnügen ;-)) Xièxie.
Und Deine Gasteltern haben wirklich eine Goldmedaille verdient! (Du auch ...) Zàijiàn.

Felicitas hat gesagt…

Hey! :)
Wie geht es dir so? Ich finde es klasse, dass du solche Blogs schreibst! Hast du eigentlich letztens meine Mail bekommen, in der ich ein paar Bilder von unserem Koreanisch-Treffen geschickt habe?
Habe grad mit großem Interesse deine Blog-Einträge gelesen. Es scheint dir dort sehr zu gefallen! :) Schön!
Hier in Köln ist es auch sehr schön, ich muss mich an Vieles gewöhnen. Bin aber ganz froh, gewechselt zu haben.
Falls du die Mail nicht bekommen hast, sag mir doch Bescheid via Mail. (felicitas.falke@gmail.com)

Liebe Grüße aus dem weitentfernten Köln,
Flici