Sonntag, 24. August 2008

First Pass to Heaven

Ich hoffe ihr habt ein bisschen Zeit, denn dieser Blogeintrag koennte ein bisschen lang werden. Leider habe ich diesmal kein Bild, aber naechstes Mal. In der letzten Woche habe ich so viel erlebt, das reicht eigentlich fuer mehrere Monate (und wahrscheinlich wird es auch so kommen, denn morgen faengt die Schule an).

Wo soll ich nur anfangen... Am Mittwoch habe ich ein sehr gutes Geisterhaus besucht. Es gibt drei Schwierigkeitsstufen, zwischen denen du waehlen kannst: Einfach, Mittel, Schwer. Bei der einfachen, bleibst du 5 Minuten im Haus, bei der mittleren 15 und bei der schwierigen 30. Ich war da mit einer Freundin und ihrem Cousin und sie wollte nur die einfache (kaum waren wir drin, ist sie schreiend rausgerannt). Dieses "Haus" findet man im obersten Stockwerk eines Einkaufszentrums, es ist extrem dunkel und man wird durchgefuehrt. Natuerlich sieht man ueberall tote "Menschen", die aus Plastik sind, aber in einem der langen Gaenge kann es passieren, dass auf einmal eine Hand aus der Wand an deinem Fuss zieht, und du hast die ganze Zeit das Gefuehl, dass du verfolgt wirst (was dann auch stimmt, denn irgendwann packt dich jemand von hinten).

Am naechsten Tag bin ich dann mit einer Gastfamilie an den Strand gefahren. Wir sind mit vielen Freunden dahin gefahren, also haben wir uns einen Bus gemietet. Das Problem war, dass du ueberhaupt keine Beinfreiheit hattest. Von der Sitzkante deines Sitzes, bis zur Lehne des Vordermannes war es kaum mehr als eine Handlaenge. Die Fahrt dauerte 6 Stunden...

Und als erstes haben wir einen Freizeitpark besucht. Der war ziemlich langweilig, weil es nur zwei kleine Achterbahnen gab und jede Menge Attraktionen fuer kleine Kinder. Dort gab es auch andere Auslaender, und ich muss sagen, ich habe mich schon so sehr an die Chinesen gewoehnt, dass es merkwuerdig war einen Auslaender zu sehen.

Am naechsten Tag sind wir dann in den naechsten Freizeitpark gefahren, der war wesentlich besser. Es gab eine Menge gute Attraktionen, z.B. eine Achterbahn wie Black Mamba im Phantasialand (ich hab es sogar geschafft, dass meine Gastmutter mitkommt, und ich glaub sie mochte die Achterbahn). In den Freizeitparks und in einigen anderen Parks, kannst du dir kleine Elektroautos mieten um rumzufahren, aber leider sind die nicht viel schneller als Schrittgeschwindigkeit, aber natuerlich haben sie ein eine Hupe, die gerne benutzt wird, selbst wenn niemand im Weg ist.

Am Samstag bin ich dann zur Chinesischen Mauer gefahren. Aber nicht nach Beijing, sondern zum ersten Teil der Mauer im Osten. Ins Englische uebersetzt heisst es First Pass To Heaven, ich weiss auch nicht warum, und wurde Ende des 14. Jahrhunderts erbaut.
Man sagt, dass man solange kein Held ist, solange man nicht die Chinesische Mauer besucht hat. Es war total heiss, aber sehr schoen. Aber ich denke, in Beijing ist die Mauer viel schoener. Dort wo ich war, geht sie einfach schnurgeradeaus.

Am Sonntag bin ich dann nach Tai'an gefahren. Die Fahrt dauert ungefaehr eine Stunde mit dem Auto. Tai'an ist eine kleine Stadt und der Wirtschaftsboom Chinas ist hier noch nicht ganz angekommen, es ist eine recht arme Stadt. Es gibt nicht wirklich Buergersteige, aber die Menschen hier sind total nett. Ich wohne wirklich direkt neben der Schule, ich kann vom Wohnzimmer aus das Haus sehen in dem die Schueler, die von weit weg sind, schlafen. Die Schule ist nicht besonders gross und nicht besonders modern und auch nicht besonders ausgestattet, es ist eine ganz normale Schule. Mir wurde uebrigens gesagt, dass Pedro (der andere Austauschschueler) und ich die ersten Austauschschueler an dieser Schule sind.
Und heute hatte ich dann meinen ersten Schultag. Ich muss um halb sechs aufstehen, um dann um sechs zur Schule zu gehen. Fruehstueck gibt es in der Schule, um 7:30 beginnt dann der Unterricht. Ich musste aber vorher noch zur Polizeistation, weil ich neu hier bin. Um 11:30 ist Mittagspause bis 2 Uhr nachmittags. Ich esse in der Schule und geh danach nach Hause. Um 2 beginnt dann wieder der unterricht, das war heute zuerst Geschichte. In meiner Klasse sind ca. 50-60 Schueler und ich musste erst meinen Nachbarn fragen ehe ich wusste welches Fach wir haben. Der Unterricht war total langweilig, weil ich nichts verstanden habe und die Lehrerin nur geredet hat (es wurde einmal jemand drangenommen). Danach hatte ich Englisch, das war lustig, weil ich endlich mal was verstanden habe. Aber ich musste vorlesen, weil das alles fuer mich ziemlich einfach ist und weil ich Auslaender bin, da wird erwartet, dass man das kann.
Danach hatte ich noch ein anders Fach, aber ich weiss immer noch nicht welches. Um halb 6 gibts Abendessen (natuerlich in der Schule) und um halb 7 geht der Unterricht dann weiter, aber es ist Selbstlernen, also der Lehrer steht vorne und du lernst fuer dich. Um halb 10 darfst du dann endlich nach Hause gehen, nach 15 Stunden Schule...

1 Kommentar:

Felicitas hat gesagt…

Hachja...
Die Asiaten und ihre krassen Schulzeiten...